Ballack, Lahm und Löw: Das ist eine Art magisches Dreieck geworden, zumindest was den Fußball auf Bundesebene betrifft. Ballack konnte, wie man ja weiß, aus Verletzungsgründen seine Rolle als Kapitän in der Nationalmannschaft nicht wahrnehmen. Sein Stellvertreter, Philipp Lahm, der als Spielführer nominiert wurde, um den eigentlichen Kapitän zu vertreten, sollte diesen Posten so lange behalten, bis Michael Ballack wieder einsatzbereit war. Allerdings fühlt sich Lahm in seiner Rolle ziemlich wohl, wie er selbst auch in Interviews bekannt gab. Er sieht – wohl auch angesichts des Wissens um seine eigene gute Leistung – es nicht ein, dieses Amt einfach so wieder abzugeben. Dass dies zu Kontroversen zwischen den beiden Spielern führt, kann man sich vorstellen, denn Michael Ballack kann nicht viel dafür, dass er bei der WM seinen Einsatz nicht erbringen konnte; die Lorbeeren trägt nun Lahm davon. Dies ist ein zusätzlicher Wermutstropfen für Ballack, der bislang auf internationale Titel verzichten musste und für den die EM 2012 wohl der letzte derartige Einsatz sein dürfte, wie er zumindest selbst verkündete. Er wolle nicht wie Ehrenspielführer Matthäus den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören verpassen, sagte er gegenüber der Presse.
Einer, der in dieser Diskussion ein Machtwort sprechen müsste, wäre Jogi Löw, der aber bislang immer noch schweigt und keine Partei ergreift. Darüber ärgern sich nicht nur die beiden Streithähne, sondern auch eine Menge Fans, die sich endlich Klarheit wünschen. Auch die Vereine der beiden, der FC Bayern München und Bayer Leverkusen, liefern sich hitzige Wortgefechte in den Medien, wer denn nun die Binde tragen sollte. Das ist schließlich auch eine Frage von Ehre und Prestige. Spätestens bis zum nächsten Länderspiel muss sich Löw allerdings entscheiden, und es sind nicht nur Lahm und Ballack, die sehr gespannt sein dürften.