Jeder hat die Nachrichten noch in den Ohren und vor Augen: Der Münchner Manager Dominik Brunner wollte einem Menschen zu Hilfe kommen und wurde dafür zu Tode geprügelt. Das darf nicht ungestraft bleiben und daher findet im Moment in München der Prozess gegen die beiden Täter statt. Die beiden Angeklagten müssen mit sehr langen Haftstrafen rechnen.
Teilgeständnisse waren zum Prozessauftakt, zu dem die beiden Angeklagten vorgeführt wurden, zu vernehmen. Deutlich alkoholisiert sei man gewesen. Einige Bier und eine ganze Falsche Vodka haben zum Kontrollverlust bis hin zum Blackout geführt. Man habe nicht gewollt, dass das 50 Jahre alte Opfer sterbe. Einer der beiden Angeklagten entschuldigte sich und betonte, dass er weder das Ziel hatte, Brunner zu töten, noch damit überhaupt gerechnet habe. Der Manager habe eine Teilschuld am Geschehen, so der Anwalt eines der Angeklagten. Er hat zuerst zugeschlagen und zwar mit der Faust. Danach schilderte der Angeklagte, wie er die Kontrolle über sich selbst verloren hat und immer wieder zugeschlagen hat.
Eine Minute etwa dauerte die Attacke auf den Getöteten, bei der er immer wieder gegen den Kopf getreten und mit Fausthieben getroffen wurde. Die gegen das Opfer gerichteten Beschimpfungen, von denen die Staatsanwaltschaft durch Zeugenaussagen erfuhr, waren jenseits jedes Anstandes. Insgesamt 44 schwere Verletzungen stellte man bei der Obduktion fest, nachdem das Opfer in der Uniklinik München an den Misshandlungen verstorben war. Der Vater des Opfers ist Nebenkläger und muss den beiden Tätern Auge in Auge im Gerichtssaal gegenüber sitzen. Höchststrafen wären für den einen Angeklagten zehn Jahre, für den anderen sogar lebenslänglich. Ihr Leben verdorben haben sich die beiden auf jeden Fall - durch ihre unfassbare Gewalt, ihre kriminelle Energie, die sinnlos ein Menschenleben forderte. Das Urteil wird in circa zwei Wochen erwartet.